Regionale Workshops und Vernetzungstreffen in den österreichischen Bundesländern
Es ist Halbzeit. Unsere diesjährige Bundesländerreise geht bald in die Sommerpause. Wir waren nun schon in vier Bundesländern und haben mit verschiedenen Menschen und Gruppen rund um das Thema Bildung und transformatives Lernen gesprochen, uns vernetzt und einige Gärten besichtigt.


Österreichweite Netzwerktagung: Lebendige Gärten – Bildungsräume für eine sozial-ökologische Transformation
Eisenstadt, 09.–10. Mai 2025
von Christina Seliger, Forum Urbanes Gärtnern
Am 9. und 10. Mai 2025 fand in Eisenstadt die diesjährige österreichweite Netzwerktagung der Gemeinschaftsgärten unter dem Motto „Lebendige Gärten – Bildungsräume für eine sozial-ökologische Transformation“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom [Verein Gartenpolylog] und dem [Europahaus Burgenland]. Zahlreiche Aktive aus Gemeinschaftsgärten, der Bildungsarbeit, dem Naturschutz und viele weitere Interessierte aus ganz Österreich waren vertreten – darunter auch wir vom Forum Urbanes Gärtnern in Graz.
Die Tagung begann am Freitagnachmittag – nach einer stärkenden Kaffeepause – mit einer herzlichen Begrüßung und drei inspirierenden Impulsvorträgen. Besonders eindrucksvoll war der Beitrag von Dr.in Hildegard Kurt, die den Begriff des „Epochenrands“ aufgriff und auf poetische wie politische Weise aufzeigte, wie Gemeinschaftsgärten in Zeiten globaler Krisen zu Orten des Hoffnungs- und Beziehungshandelns werden können. Auch die Vorträge von Dr. Johann Göttel und Johannes Maurer machten deutlich, wie eng die Verbindungen zwischen Naturpädagogik, Biodiversität und gemeinschaftlichem Gärtnern sind.
Der Abend klang in geselliger Runde aus – bei gutem Essen und anregenden Gesprächen über Projekte, Gärten und Ideen für die Zukunft.
Am Samstagvormittag fanden drei parallel laufende Workshops statt. Gemeinsam mit meinem Kollegen David Steinwender vom IFZ und meiner Kollegin Katharina Santer vom FUG leitete ich einen Workshop zum Thema „Gärten als vielseitige Lernräume für eine Welt von morgen“. Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch: Teilnehmende aus unterschiedlichsten Gartenkontexten berichteten von ihren Bildungsaktivitäten und den vielfältigen Lernerfahrungen, die im Garten entstehen. Es war bereichernd zu erleben, wie sehr Gärten als Orte des informellen, generationsübergreifenden und ganzheitlichen Lernens geschätzt werden – und welche innovativen Formate bereits umgesetzt werden.
Nach einem gemeinsamen Blitzlicht aus den Workshops führte uns der Weg mit dem Bus weiter – zunächst zu einem Mittagessen in einem typisch burgenländischen Kellerstöckel, wo wir mit regionalen Spezialitäten kulinarisch verwöhnt wurden. Anschließend besuchten wir den Gemeinschaftsgarten Friedrichshof. Dort bekamen wir nicht nur eine spannende Führung durch das Gelände der ehemaligen Kommune, sondern kamen auch mit den Gärtner:innen vor Ort ins Gespräch. Der Besuch vermittelte einen lebendigen, praxisnahen Einblick in gemeinschaftliches Gärtnern in einem ganz besonderen sozialen und historischen Kontext – ein gelungener Abschluss der Tagung.
Für uns vom Forum Urbanes Gärtnern war die Tagung nicht nur eine willkommene Gelegenheit zur Vernetzung, sondern auch eine wertvolle Inspirationsquelle für unsere weitere Bildungsarbeit. Besonders die enge Verbindung zwischen gärtnerischer Praxis, gesellschaftlichem Wandel und kreativer Bildungsarbeit hat uns darin bestärkt, diesen Weg weiterzugehen.

ÖKOLOG (Schul-)Gartenfortbildung Vorarlberg – Diversität der Gärten – Diversität im Garten – Pädagogische Hochschule Vorarlberg – Feldkirch, Vorarlberg
16.-17. Mai 2025
Am 16. und 17. Mai fand die ÖKOLOG (Schul-)Gartenfortbildung in Feldkirch, Vorarlberg an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg statt. In Kooperation mit dem Verband für Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV) https://www.ogv.at/willkommen: Garta tuat guat – Initiative zur Förderung von Schulgärten (https://www.gartatuatguat.at/) organisierte Stefan Jarau von der Pädagogischen Hochschule ein vielseitiges Programm.
Die Fortbildung begann am Freitagnachmittag mit einem Impulsvortrag von Prof. Dorothee Benkowitz von der PH Karlsruhe über Biodiversität im (Schul-)Garten. https://www.bag-schulgarten.de/ueber-uns/vorstand. Danach gestalteten die Gärtner:innen von Garta tuat guat zwei Workshops. In dem ersten Workshop widmeten wir uns dem Thema Mischkultur im Hochbeet und sie stellten uns ihr Projekt Kischta Gärtle https://www.gartatuatguat.at/kischtagarta/ vor. In einem weiteren Workshop ging es um Wildkräuter im Garten, wie man sie erkennt und wie wir sie nutzen können. Wir ließen den Nachmittag gemeinsam im Hof der Pädagogischen Hochschule ausklingen, bei frischem Brot mit selbstgeschüttelter Butter und Wildkräutern sowie Kräuterwasser.
Der Samstag Vormittag wurde von uns mit unserem Workshop Programm gestaltet. Nach einer Mittagspause mit selbstgemachter Gemüselasagne starteten wir in die Workshoprunde 3 und 4. Dabei befassten wir uns zum einen mit der Lebensraumvielfalt im Garten, wie Totholzhaufen, Wildsträucher, Weidenpavillons und Teich. Beim letzten Workshop wurde uns der Getreideanbau und -verwertung im Garten näher gebracht, mit spannenden Praxisbeispielen.
Liebe OGV und PH Vorarlberg, vielen Dank für diese interessanten und liebevoll gestalteten Fortbildungstage. Es war ein sehr fruchtbarer Austausch untereinander und beeindruckend, wie gut vernetzt Vorarlberger Gärtnerinnen und Gärtner durch den OGV sind. Wir freuen uns, wenn wir uns nächstes Jahr zur Abschlusstagung in Vorarlberg wieder sehen.

Netzwerktreffen und Garten-Workshops in Friesach –
Gärten als Lernräume für eine nachhaltige Zukunft
Friesach, 24. Mai 2025
von Christina Seliger, Forum Urbanes Gärtnern
Am 24. Mai 2025 fand im historischen Ambiente des Dominikanerklosters in Friesach (Kärnten) ein ganztägiges Netzwerktreffen mit Garten-Workshops statt. Eingeladen waren Menschen aus Gemeinschafts-, Schul-, Heim- und Balkongärten – also alle, die sich für das Potenzial von Gärten als Bildungsräume interessieren. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Forum Urbanes Gärtnern gemeinsam mit dem Verein Friesach im Wandel.
Für mich begann der Tag früh – die Anreise aus Graz war zwar lang, aber die Vorfreude auf das Treffen ließ Müdigkeit schnell verfliegen.
Der Vormittag startete im Wurzelgarten, direkt am Kloster mit einem praxisnahen Workshop zum Thema bienenfreundliches Garteln, Biodiversität und Gartengestaltung. Marion Maier und Kathrin Körbler-Schmied zeigten anschaulich, wie sich auf kleinem Raum – etwa am Balkon oder im Hausgarten – blühende Lebensräume für Bestäuber gestalten lassen. Dabei ging es nicht nur um fundiertes Pflanzenwissen, sondern auch um kreative Anregungen und konkrete Pflegetipps für mehr Artenvielfalt im Gartenalltag.
Anschließend stärkten wir uns beim gemeinsamen Mittagessen in den Vereinsräumen – mit selbst gekochtem, unglaublich leckerem Essen. In entspannter Atmosphäre entstand Raum für Austausch, persönliche Gespräche und neue Kontakte.
Am Nachmittag stand unser Workshop „Gärten als vielseitige Lernräume für eine Welt von morgen“ im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Gartenkontexten diskutierten wir: Was und wie wird im Garten gelernt? Welche Formate und Methoden bewähren sich? Welche Rolle spielen persönliche Erfahrungen, Gespräche oder gemeinsames Tun – und vor allem: Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Gärten als echte Lernräume wirken können?
Die Offenheit und Vielfalt der Beiträge war beeindruckend. Es wurde deutlich: Gärten sind Lernorte im besten Sinne – informell, praxisorientiert, gemeinschaftlich und generationenübergreifend.
Zum Ausklang besuchten wir nochmal den Wurzelgarten. Ein wunderschöner Ort, an dem uns die dort aktiven Gärtner:innen ihre Beete zeigten und wir den Tag bei anregenden Gesprächen ausklingen ließen.
Die Veranstaltung war ein lebendiger Tag des Teilens, des Lernens und der Begegnung. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, wie Gärten zur ökologischen und sozialen Transformation beitragen können.
Friesach – ich komme bestimmt wieder!

2. Tiroler Gemeinschaftsgartentag – Vielfalt Lernen im Garten – Hall in Tirol
Samstag, 14.6.2025
Am Samstag, 14.6. waren wir mit unserem Workshop Teil des 2. Tiroler Gemeinschaftsgartentag in Hall in Tirol, der von der Servicestelle Gemeinschaftsgärten/Tiroler Bildungsforum (https://tiroler-bildungsforum.at/) organisiert wurde und im Klostergarten der Kreuzschwestern stattgefunden hat. Nach einer kurzen Führung durch den Gemeinschaftsgarten „Garteln im Kloster“ durch Josef Stocker, dem Landesobmann von Grünes Tirol ( https://www.gruenes-tirol.at/), gestaltete sich ein produktiver Workshop mit 24 interessierten Gärtnerinnen und Gärtnern. Nach einem herrlichen Mittagessen der Klosterküche, wanderten wir durch Hall zum Permakulturprojekt Lendwirtschaft (https://www.lendwirtschaft.at/%C3%BCber-uns/). Ein Familienprojekt, das sich zum Ziel setzt, nach permakulturellen Prinzipien zu leben und garteln, sowie Gärten für Gemeinschaftsgärtner:innen zur Verfügung zu stellen. Der abschließende Workshop wurde vom Biologen Christian Anich vom Tiroler Landesmuseum, zum Thema Vielfalt im eigenen Garten kartieren und Biodiversität entdecken, gestaltet. Danke Petra Obojes-Signitzer (Tiroler Bildungsforum) für das vielseitig gestaltete Programm. Es war ein schöner Tag mit spannenden Führungen Workshops und regem Austausch.
Förderungen/ Kooperationen





