Vertikale Gärten

Vertical Gardening verweist Konstruktionen in die Höhe. Damit kann eine weitere Raumdimension genutzt werden. Darunter fallen mehrere Umsetzungsmöglichkeiten:

1. Klassisch für die Vertikale sind grundsätzlich alle Pflanzen, die in ihrer gewöhnlichen Kultivierung z.B. entlang von Schnürren nach oben wachsen: Bohnen, Kiwi, Weinreben, Gurken, Tomaten uvm. Sie können beispielsweise eine Laube bilden.

2. Ein weiter bekanntes Beispiel sind Fassadenbegrünungen. Der Efeu an der Hauswand ist ein klassisches Beispiel oder man denke an das Hundertwasserhaus in Wien. Bei Fassaden sollte man aber zwei Dinge beachten: das Pflanzwurzelwerk kann einerseits Schäden an der Fassade anrichten, was aus Sicht der Lebensdauer von klassischen Gebäuden nicht nachhaltig sein kann (also entsprechend auf die Pflanzenart und die Fassadenart achten; häufig werden einige Installationen hierfür verwendet, z.B. Rankgitter), andererseits können Bepflanzungen, die direkt am BürgerInnensteig beginnen, durch vorbeigehende PassantInnen (auch unabsichtlich) beschädigt werden, sodass ein Teil oder die gesamte Bepflanzung nicht gedeihen wird (gerade für jungen Pflanzen eine große Gefahr, oder wenn die Pflanzen essbar sind). Wichtige Infos zur Umsetzung auf: umweltberatung.at; und weiterlesen auf Wikipedia: Fassadenbegrünung

3. Eine Stufe weiter gehen Ideen von vertikalen Farmen, wie sie Dickson Despommier als mehrstöckige Glashäuser konzipiert hat. Ein Vorteil ist Flächen-sparender Anbau, eine kontrollierte “Umwelt” zu haben und unmittelbare Lokalität. Kritik ist der utopische Charakter der Idee, i.d.R. Verzicht auf Erde und damit ein verändernden Zugang wie Lebensmittel (Bewusstsein zu den Anbautechniken wie sie seit Jahrhunderten bis Jahrtausenden kultiviert werden) und der Widerspruch zur (klein-)bäuerlichen Landwirtschaft (welche 70-80% der Weltbevölkerung ernährt und sich zunehmend gegen Agrokonzerne wehren muss).

Vertikales Gärtnern kann am Balkon beginnen.

Der positive Effekt von vertikalen Begrünungen auf das Mikroklima ist gegeben. Je mehr Grün, desto bessere Luftreinigung und positive Wirkung auf das lokale Klima (in dem Sinne, dass z.B. im Sommer die Luft in der Stadt kühler und feuchter ist als ohne Begrünung). Gleichzeitig hat Gebäudebegrünung energetische Vorteile: im Sommer muss weniger gekühlt, im Winter weniger geheizt werden, weil die Pflanzen eine gute Dämmung darstellen. Dabei ist aber auf die Exposition zu achten: Sonnenreiche Fassaden mildern im Winter den Erwärmungseffekt durch die Sonneneinstrahlung. Schattige(re) Fassaden sind besser geeignet als sonnenexponierte.

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